….eine Archivarin?

Archivare wühlen in staubigen, von Motten zerfressenen, vergilbten Papieren. Ältere, ReyerosPetsch_5304_0812Xingetwas verschrobene gebückt gehende Männlein und Weiblein, mit Brille, Strickjacke und ausgebeulten Hosen erfreuen sich an eselsohrigen, mit Rissen durchzogenen Buchseiten und lappigen Papierstrukturen und finden ihr höchstes Glück in Büchern, mit intensiven Gebrauchs- und Griffspuren, verschmutzten und mit Wasserrändern befleckten Buchseiten. So oder so ähnlich lernt man den Archivar in Filmen von der unendlichen Geschichte bis Harry Potter kennen.

Tatsächlich ist der Archivar jedoch ein hochqualifizierter Hüter des schriftlichen Kulturguts auf der Welt. Er bewertet und ordnet Unterlagen, wie Dokumente, Briefe, Bücher, Firmenunterlagen, und alles, was es sonst an schriftlichen Dokumentationen gibt. Selten stehen diese schriftlichen Chroniken allein. Vielmehr werden sie fast immer durch Fotos, Zeichnungen, Stiche, Pläne und ähnliche Bildnisse ergänzt. „Ich komme in ihre Firma und schaue mir die Unterlagen an“, erklärt Archivarin, Ausstellungsmacherin und Historikerin Sabine Reyeros-Petsch von „Archiv und Kunst“, ihr Vorgehen. Hierbei ist es entscheidend, zu erkennen „was soll bleiben, was kann weg, so dass aus Erfahrung ein Drittel der Unterlagen vernichtet werden kann.“, fasst Frau Reyeros-Petsch kurz und knapp zusammen.

Für die Ausbildung zum Archivar gibt es in Deutschland verschiedene Möglichkeiten. Ein freies Studium an der Fachhochschule Potsdam, der Archivschule Marburg oder eine verwaltungsinterne Ausbildung in einem Ausbildungsarchiv des Bundes und der Länder. Bei Letzterem besteht eine feste Ausbildungsstellenzahl, die nach Beamtenrecht erfolgt und mit dem Beamtenstatus ein her geht.

Bei Ersteren umfasst das Studium eine wissenschaftliche Ausbildung in Datenverarbeitung, Informationswissenschaften, Archivwissenschaften, -management und -typologie, Geschichte und Betriebswirtschaftslehre. Außerdem gehören Methoden des Erschließens und Aufbereitens von Archivalien dazu und wie diese der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sind.

Fächer an der Hochschule sind beispielsweise Archivwissenschaften, Grundlagen der Information und Kommunikation, das Wissen über Archive, Bibliotheken und Dokumentationen und deren Infrastrukturen, Wirtschaft für Informationsanbieter, Grundlagen digitaler Publikationen, Geschichte, Rechtsgrundlagen, Editionstechniken, Fachenglisch, empirische Methoden, Projektmanagement, Funktion von Content-Management-Systemen, Dokumentenmanagement und die Funktion von digitalen Archiven. Darüber hinaus arbeiten die Studierenden in Projekten und nehmen an Exkursionen teil.

Archive dienen also zur langfristigen Aufbewahrung der Unterlagen von Verwaltungen, wissenschaftlichen Einrichtungen, Bibliotheken, Museen, Privatleuten oder Familien. Und von den Archivaren und den vorhandenen Akten hängt es somit ab, wie gut eine solche Dokumentation aufbereitet, eingerichtet und brauchbar gemacht werden kann. Dabei nutzt der Archivar heute die Informationstechnologie. Auch berücksichtigt er; Archive werden zunehmend als Kompetenzzentren eingesetzt, was dazu führt, dass der Archivar den Dienstleistungsgedanken in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit zu stellen hat.

„Mein Unternehmen habe ich im Jahr 2004 gegründet“, erklärt Frau Reyeros-Petsch. „Zunächst habe ich die Archive von Kirchengemeinden bearbeitet, indem ich die Unterlagen sortierte“, beschreibt sie ihre damalige Tätigkeit. „Heute suche ich Unternehmen, die seit Generationen bestehen, die ihre Geschichte aktiv auswerten und nutzen möchten, weil sie Geschichtsmarketing betreiben wollen“, schildert Frau Reyeros-Petsch, die Veränderungen in ihrer Tätigkeit. „Das Programm „Augias“ hilft dabei. Es ist leicht verständlich und mit einem Rechercheprogramm versehen“ antwortet Frau Reyeros-Petsch auf die Frage des Einsatzes der digitalen Informationstechnik. Mit diesem Programm „werden Sie für Geburtstage, dem Ausscheiden von Mitarbeitern oder der Verabschiedung von Vorstandsmitgliedern, für das Jubiläum oder sonstige Feierlichkeiten immer alles schnell finden“, versichert Frau Reyeros-Petsch. „Sie werden Zeit und Raum sparen. Raum, weil ich ihnen die Unterlagen entsprechend sortiere und das Unwichtige entferne. Danach geht es an die Eingabe ins Archivprogramm und der Verpackung des Archivguts in Mappen und Kartons. Alles wird so sortiert, dass es sich der Ordnung des Büros anpasst, so dass alles wiedergefunden werden kann.“, bekräftigt die Archivarin.

Anwenderfreundlich sind diese Archiv-Suchprogramme auch noch. Und was noch nicht verstanden wurde, wird erklärt: „Bei den Eingaben ins Augias Programm, bin ich bei ihnen vor Ort, und gebe alle Dokumente ein. Am Ende bekommen Sie eine Einarbeitung in das Programm“, unterstreicht sie ihr eigenes Dienstleistungsangebot. „Ihr Archiv ist nun eingerichtet und benutzbar. Sollten sie ein Jubiläum vorbereiten, eine Ausstellung organisieren, oder eine Firmenchronik anlegen wollen, auch da bin ich die Richtige. Ich konzipiere und koordiniere ihnen die Ausstellung oder erstelle Ihre Firmenchronik, die Sie langjährigen Mitarbeitern zum Abschied schenken oder zum Jubiläum an gute Kunden verteilen können. Das ist dann Geschichtsmarketing.“

Frau Reyeros-Petsch kommt in Ihre Räumlichkeiten, schaut sich das zu archivierende Gut an und sagt Ihnen sofort, wie lange die Bearbeitung dauern würde und was sie kosten wird. Sie arbeite im Großraum Hamburg, bei auswärtigen Terminen werden die üblichen Spesen berechnet.

Weitere Informationen und Anfragen:
sabine.reyeros-petsch@archiv-und-kunst.de
www.archiv-und-kunst.de

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