Bundesregierung handelt als Vasall der USA

„Bundesregierung handelt als Vasall der USA“ – Exklusiv-Interview mit Oskar Lafontaine in Tageszeitung junge Welt

Die in Berlin erscheinende Tageszeitung junge Welt veröffentlicht in der Wochenendausgabe (21./ 22. Mai) ein ausführliches Exklusiv-Interview mit Oskar Lafontaine. Der frühere Vorsitzende der SPD und der Partei Die Linke kritisiert darin die deutsche Außenpolitik gegenüber Russland scharf.

Oskar Lafontaine über den Krieg in der Ukraine: „Seit 20 Jahren weist Moskau darauf hin, dass die Ukraine nicht in die NATO aufgenommen werden darf. Diese Sicherheitsinteressen wurden konsequent ignoriert.“ Das sei einer der entscheidenden Gründe für den Ausbruch des Ukraine-Kriegs. „Entscheidend ist die Frage: Können an den Grenzen einer Atommacht Raketen aufgestellt werden, die keine Vorwarnzeit haben?“

Oskar Lafontaine über die Bundesregierung: „Nicht zuletzt der Bundeskanzler selbst hat auf das Risiko eines sich auf Europa ausweitenden Krieges bis hin zu einem Nuklearschlag aufmerksam gemacht.“ Die Bundesregierung sei nicht in der Lage, den eigenen Interessen entsprechend zu handeln. „Statt dessen fügt man sich in der Rolle des getreuen Vasallen der USA selbst großen Schaden zu.“

Oskar Lafontaine über die Grünen: „Die Grünen, die einst einen starken pazifistischen Flügel hatten, sind seit dem Jugoslawien-Krieg zu den größten Kriegstreibern in Deutschland geworden.“ Die Partei sei „der verlängerte Arm der USA“ im Bundestag. „Sie unterstützen jede US-Entscheidung, wenn es um Kriege geht.“

Oskar Lafontaine über Die Linke: „Eine linke Partei, die die wirklichen Interessen der Mehrheit der Bevölkerung vertritt, hätte jetzt mehr Zustimmung als die Grünen.“ Teile der Partei versuchten, Die Linke auf einen ähnlichen Kurs wie die SPD und die Grünen zu bringen. „Wenn die Weichen auf dem Parteitag Ende Juni wirklich so gestellt werden, dann hat sich die Partei erledigt.“

 

Oskar Lafontaine wird am Samstag auf dem Kongress „Ohne NATO leben – Ideen zum Frieden“ sprechen. Informationen dazu 

Interessierten Medienvertretern schicken wir das Interview mit Oskar Lafontaine gerne vorab zu.

junge Welt

 

 

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