Coronainformationspolitik

Die Coronainformationspolitik funktioniert in Hamburg so: Regelmäßig gibt Bürgermeister Tschentscher im Radio auf 90,3 Sprechstunden für Bürger. Die Hörer schicken ihre Frage per Mail oder über das Telefon und er beantwortet sie. Doch die wichtigste Antwort bleibt er schuldig: Wie lange dauert es noch und wie soll es weitergehen? Für mich macht das den Eindruck, dass er genau weiß, was Sache ist, denn niemand kann mir erzählen, dass der Senat, die Regierung, diese Vorgaben, denen wir nun alle unterliegen, aus dem Seuchenschutzgesetzt von einem auf den anderen Tag so schnell organisiert haben. 

Vielmehr glaube ich, dass dies schon im Januar geplant wurde und sie wissen auch, dass es lange, sehr lange dauert. Ein Indiz dafür ist die Schließung der Bibliotheken. Alle schlossen am gleichen Tag, am 17. März und gleich bis zum 20. April. Die Staatsbibliothek sogar bis zum 30. April. Also haben sie damals schon gewusst, wie lange das mindestens dauern wird, was der Behauptung, widerspricht, dass sie von Woche zu Woche entscheiden würden. Sicher in der Feinabstimmung, aber das Gros, das ist ihnen schon lange klar.

Dieses Zurückhalten von Informationen halte ich nicht für sinnvoll und ist nicht nachvollziehbar. Menschen brauchen Planungssicherheit – auch wenn diese Monate dauert. Aber dann wissen sie es wenigstens und können sich darauf einstellen. Das Hinhalten von Woche zu Woche ist dagegen fatal. Dieses Hickhack und dieses Kleinklein ist nicht nur eine Zumutung, sondern auch eine Respektlosigkeit gegenüber dem Bürgers. Zeigt es doch, für wie blöd die Regierung die Bürger hält, und dass sie nicht selbstständig in dieser Krise agieren können – wenn ihnen nicht dauernd, von Minute zu Minute, erklärt wird, was sie zu tun und zu lassen haben. 

.

.

.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert