Politische Talkshows im 21. Jahrhundert -Bloss keine Politik verärgern

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Anne Will geht! Günther Jauch kommt! Günter Jauch geht! Anne Will kommt! Da findet nörgelde Journalistin wider das gleiche Schema. Frauenquote ja, aber bitte nur, wenn kein Mann einen bestimmten Platz einnehmen will. Will er nicht oder nicht mehr, darf das Frauchen diesen Platz wieder besetzen – und tut es selbstverständlich brav. Wie sich das für eine artige Frau gehört.

Günthter Jauch, der ewige Clown, hatte weder Interesse noch die bildungsmäßigen Grundlagen, um den politischen Talk zu bestreiten. Mit albernen Gesichtszuckungen und -ausdrücken, themenunvorbereitet an seinen Kärtchen hängend, hangelte er sich von Sendeminute zu Sendeminute – erfolglos. Geklatscht wurde, wenn die Saalordner ihr „Klatschen-jetzt-Schild!“ hoben – wie immer bei Talkshows. Neues kam nicht, Altes wurde immer und immer wieder aufgewärmt – nicht einmal in neuen Schläuchen.

Und nun! Endlich! Anne Will! Stöckelnd schwebend, nicht die Bretter, die die Welt bedeuten, jedoch die Bühne, die die deutsche Politikermeinung trägt, betretend, Themen tragend, über die schon alles gesagt worden ist – von jedem.

Und was hat der Zuschauer nun davon? Sicher, wie immer bei den Öffentlich Rechtlichen, nichts! Die Unterhaltung seicht. Mit den selben seichten Personen. Mit den selben seichten, inhaltslosen, gekauften, verlogenen wirtschaftshörigen Argumenten. Mit der selben politisch gewollten Umerziehungsstruktur zur „richtigen“ politischen Meinung. Es ist vorauszusehen: Erwünschten Meinungen wird, wie immer, übermäßig viel Raum gegeben, Meinungsträger der eher unerwünschten Meinungen werden unterbrochen, diffamiert, ins Lächerliche gezogen, vorgeführt oder gar nicht erst das Wort erteilt. So wie moderne Demokratie eben zu sein hat.

Sind in einer Demokratie echte Politiktalks nicht erwünscht? Oder können sich echte Demokratien Politiktalks nicht leisten? Fakt ist, dass Politiktalks inszenierte Shows sind, die einerseits der Unterhaltung dienen und somit in aller Regel oberflächliche, plakative und inszenierte Befindlichkeiten transportieren, andererseits im hohen Maße einer bestimmten Politikerklientel zur Selbstdarstellung und -inszenierung dienen. Das führt zwingend dazu, dass eine sachliche Auseinandersetzung und ein ausgewogenes Meinungsbild verunmöglicht wird. Bleibt also nur der Showcharakter, der einer eher unterdurchschnittlich gebildeten Zuschauerklientel das wärmende Gefühl von Bildung vermittelt. Dass dabei machtpolitisch gewollte scientologieähnliche Indoktrinationen stattfinden, bemerkt der geneigte Zuschauer dabei kaum bis gar nicht. Vielmehr fühlt er sich nach einer Stunde Pseudomeinungsdiskurs umfassend über ein Thema informiert.

So kann zusammenfassend festgestellt werden, dass Politik-Shows sehr wohl genau den Charakter haben und so durchgeführt werden, wie es politisch gewollt ist. Und so kann nörgelde Journalistin sehr wohl davon ausgehen, dass die neue Politik-Talkshow von Frau Anne Will genau den Erfolg haben wird, der von den Öffentlich Rechtlichen kalkuliert ist.

Da wünscht das PHT Frau Will doch viel Erfolg, den sie unzweifelhaft haben wird.

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