«

»

Dez 29

Mit Überwachung die Demokratie aushebeln

Seit es Kommunikation gibt, gibt es das Ausspähen von Informationen. So wurden im alten Ägypten schon Staatsmänner ausgespäht und die Läufer des alten Roms abgefangen, umgebracht und ihre Botschaften entwendet. Das ist nichts Neues und jeder weiß es. Vielleicht ist das der Grund, warum einem großen Teil der breiten Öffentlichkeit die Enthüllungen Edward Snowdens und die gesamte Überwachungsproblematik egal ist.

Aber: Offenbar scheint dieser breiten Öffentlichkeit nicht bewußt zu sein, welches Ausmaß die aktuelle Überwachung annehmen wird. Bis zur Etablierung des Internets war Überwachung ein schwieriges Geschäft. Jede einzelne Person musste mit hohem Personalaufwand überwacht werden. Da die meisten Informationen auf Magnetband gespeichert waren, mussten diese aufwändig täglich kopiert werden. Überwachungsstellen mussten sich mühsam um die Kooperation von Telekommunikationsunternehmen bemühen.

Heute dagegen reicht es, sich im Internet umzusehen, um zu erfahren, wofür sich der eine oder die andere interessieren. Für die jetzige Generation der Jugend, ist das Netz der Mittelpunkt ihres Daseins. Kaum eine Minute vergeht, in der nicht gesimst, telefoniert oder gesurft wird. Und hier besteht das Problem. Das Internet wurde bei seiner Etablierung als Befreiung von Tyrannei und Diktatur gefeiert. Millionen von Menschen könnten nun sehen, wie ihr Land tickt und im Gegensatz dazu, wie andere Länder und politische Konstrukte funktionieren. Dem Internet wurde mit der Hoffnung begegnet, die Welt zu demokratisieren.

Doch nun müssen wir feststellen, dass das Netz zur Totalüberwachung mißbraucht wird. Und? Da wir alle Demokraten sind, ist es nur gut, wenn subversive Elemente überwacht und enttarnt werden! Weit gefehlt. Wie Glenn Greenwald in seinem Buch „Die globale Überwachung“ warnt, werden zuallererst Regimekritiker und Randgruppen eines Landes überwacht. „Und dabei ist das Motiv stets dasselbe: die Unterdrückung jeglicher abweichender Meinung und die Förderung von Wohlverhalten“.

Und genau hier liegt die Gefahr: Jeder, der Macht hat, mißbraucht sie irgendwann, wenn er nicht durch andere staatliche Stellen beaufsichtigt wird und der Gesellschaft und dem Staat gegenüber rechenschaftspflichtig ist. Dies wird in Deutschland genauso geschehen, wie es in den USA schon geschehen ist. Die zwingende Folge davon wird sein, dass die Demokratie, so wie sie im eigentlichen Sinne gedacht ist, nicht mehr existieren wird. Schon jetzt erkennt das Volk, dass Meinungen gleichgeschlatet werden, dass Medien unter der Kontrolle des Staates nur noch die Informationen transportieren, die sie transportieren dürfen und das sie Meinungen von andersdenkenden Journalisten radikal unterdrücken. Die Medien werden mit dem Denken des Staates gleichgeschaltet. Der Spiegel beginnt schon damit.

Wenn jeder überwacht und jede anderslautende Meinung, die nicht der Staatsräsong entspricht, unterdrückt wird, wenn jeder Mensch ununterbrochen in der Angst leben muss, bei einem falschen Wort, festgenommen, in ein anderes Land verschleppt, gefoltert und getötet zu werden, wird es keine Demokratie mehr geben. Es wird eine Diktatur unter dem Deckmäntelchen „Demokratie“ errichtet. In Hongkong, dass sich Demokratie nennt, ist dies aktuell zu sehen.

Aber nicht nur die Völker, auch die Staatsmänner und Frauen werden vor jedweder Überwachung nicht mehr sicher sein. Das aktuelle Beispiel: Regin. Und was wird geschehen, die Kanzlerin wird, furchtsam und feige, wie sie ist, nichts tun. Sie wird vermutlich in Amerika anrufen und sich bedanken, ob des freundlichen Schutzes des großen Bruders. Das ende dieser gesamten Geschichte wird sein, dass nicht die Mauer gefallen ist, 1989, sondern das sie abgerissen wurde, um den Überwachungsstaat zu vergrößern – jetzt jedoch von den USA.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>