Korrektur!

Journalisten bekommen um die 400 Mails pro Tag. Journalisten in Redaktionen bekommen um die 600 Mails pro Tag. Diese wollen alle in angemessener Zeit bewältigt werden. So freut sich Journalist wie Bolle, wenn er eine Mail mit eindeutigem Absender und einer eindeutigen Betreffzeile erhält. 

Schwupps, ist sie, wenn sie thematisch paßt, geöffnet, der Text kopiert, ins Redaktionssystem eingespeist und die Bilder dazu gesetzt. Und schon kann die Info an die Öffentlichkeit gehen. Die Bearbeitung eines solchen Textes dauert, mit Zusatzrecherchen, Bildbearbeitung, Abklärung verschiedener Fragen usw so um die zwei Stunden.

Doch endlich ist es geschafft. Der Text ästhetisch formatiert, die Bilder sitzen genau dort, wo sie hin sollen, die Inhalte sind nachgeprüft und die Redaktionssystemsoftware hat alle dazugehörigen Daten verarbeitet.

Und die nächste, und die nächste und die nächste.

In der Zwischenzeit sind wieder viele weitere Mails eingetroffen. Der Journalist prüft, siebt aus, öffnet und liest und findet wieder eine interessante Information zur Veröffentlichung – und weiter geht es: Zusatzrecherchen, Bildbearbeitung, Abklärung verschiedener Fragen, Formatierung des Textes, Einspeisung ins Redaktionssystem, Verarbeitung.

Aaaaarrrrrgghhhh! Plötzlich taucht da eine Mail auf, in deren Betreff „Korrektur!“ steht. Vielleicht noch in Versalien „KORREKTUR“. Das Herz schlägt schneller, die Hände werden feucht, der Blutdruck steigt. SCHEI…….e!

Wer hat diese Mail geschickt? Am besten noch ohne die selbe Betreffzeile, der vorhergehende Mail. Also aufmachen, Absender suchen, Thema begutachten. Dreck! Das war die Mail von vor 4 Stunden. Die ist ja nun nicht mehr im Redaktionssystem, sondern schon längst veröffentlicht.

Jetzt hat der Journalist zwei Möglichkeiten: Entweder er fummelt rund zwei Stunden herum, indem er die Meldung heraus nimmt, die Unterschiede vergleicht, unter den Bedingungen der erweiterten Informationen von vorn beginnt: Zusatzrecherchen, Bildbearbeitung, Abklärung verschiedener Fragen, Formatierung des Textes, Einspeisung ins Redaktionssystem, Verarbeitung.

Oder er nimmt sie aus dem System heraus – und wirft sie weg…….

Wenn viel zu tun ist, und das ist es immer, was ist anzunehmen, dass der Journalist macht?

Prüfen Sie die Informationen, die Sie in die weite Welt schicken, auf ihre inhaltliche Richtigkeit, auf ihre Vollständigkeit etc. Wenn nicht anders, machen Sie sich einen Spickzettel den Sie abarbeiten: Absender, Betreffzeile, Inhaltsstichworte, Daten, Zitationen etc.

Nicht nur, dass wenn der Journalist eine Korrektur bekommt,

  • er sehr viel mehr Arbeit hat,
  • fällt eine vorab falsch herausgegebene Mail auf das Medium zurück, für das er arbeitet oder das er publiziert
  • das Mailaufkommen des Journalisten erhöht sich beträchtlich
  • es können Fehlinformationen über den Absender veröffentlicht werden
  • Korrekturen können übersehen werden
  • im schlimmsten Fall, wenn dies von einem Absender öfter vorkommt, stellt er diesen auf Spam

In diesem Sinne: Achten Sie auf die Richtigkeit Ihrer Pressemitteilungsinhalte

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