Urheberrechtsverletzung – Die Missachtung des Künstlers

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Musik, Filme, Fotos oder Software im Internet downgeloadet, kopiert und an Dritte weitergegeben – oder kopierte Markenware für wenig Geld gekauft: Das hat wohl jeder von uns schon mal gemacht – und damit vielleicht gegen das Urheberrecht verstoßen. Was sich dahinter genau verbirgt und wer durch diese Urheberrechtsverletzungen besonders geschädigt wird, verrät Ihnen zum „Welttag des geistigen Eigentums“ am heutigen Sonntag Jessica Martin in einem Gespräch mit Georg Herrnleben von der BSA, dem internationalen Interessenverband der Softwareanbieter.

Jessica Martin: Das Urheberrecht schützt normalerweise diejenigen, die Geld mit kreativen Ideen verdienen.

Georg Herrnleben: „Das sind im künstlerischen Bereich Filmemacher, Musiker, Autoren. Aber halt auch im wirtschaftlich-industriellen Bereich Produktdesigner oder Softwareprogrammierer – also das ist ein weites Feld.“

J. Martin: Richtig gut funktioniert das im digitalen Zeitalter aber nicht mehr.

Georg Herrnleben: „Urheberrechtsverletzungen passieren jeden Tag. Allein in der Software-Industrie liegt der Schaden bei 1,7 Milliarden Euro. Das heißt, Software im Wert von 1,7 Milliarden Euro wird illegal in Deutschland genutzt. In der Musikbranche beläuft sich der Betrag auf circa 500 Millionen Euro.“

J. Martin: Das nervt natürlich auch die kreativen Köpfe, weil sie durch diesen Ideenklau teilweise sehr große Einnahmeverluste hinnehmen müssen.

Georg Herrnleben: „68 Prozent, das hat eine Umfrage von uns ergeben, aller Kreativen halten das für moralisch falsch und wünschen sich auch mehr Unterstützung vom Staat und hoffen, dass mehr dagegen getan wird. Und hier ist es ganz wichtig, dass die Strafverfolgung international harmonisiert wird. Weil es kann ja nicht sein, dass in einem Land die Verletzungen von geistigem Eigentum weniger bestraft werden als in anderen Ländern. Dann muss man sich nicht wundern, dass Piraten sich auch gewisse Piraten-Inseln holen und von dort ihr illegales Geschäft betreiben.“

J. Martin: Gefragt ist aber auch jeder Einzelne von uns:

Georg Herrnleben: „Jeder, der illegal geistiges Eigentum verletzt beziehungsweise sich urheberrechtlich geschützte Werke illegal beschafft, muss sich klarmachen, dass er anderen Personen, die viel Herzblut in diese Arbeit gesteckt haben, finanziellen Schaden zufügt. Und das möchte keiner, dass es einem selbst passiert. Für uns als BSA ist es auch wichtig zu betonen, dass wir als Interessensvertreter der Softwareindustrie auch Hinweise auf Softwarepiraterie auf unserer Webseite  annehmen – und wir diese gemeinsam mit der Polizei und den Strafvollzugsbehörden dann auch verfolgen.“

 

Weitere Infos zum Thema „Urheberrechtsverletzungen“ und zu der Umfrage unter professionell arbeitenden Kreativen in Deutschland finden Sie im Internet.

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