Wenig Vertrauen in Internetangebote

Digitaler Selbstschutz und Verzicht

Schon immer mißtrauten die Deutschen Onlineunternehmen beim Umgang mit ihren Daten. 70 Prozent waren hier skeptisch. Seit den Enthüllungen Edward Snowdens hat dieser Trend eher noch zugenommen. Und so treffen fast alle Internetnutzer mindestens eine Maßnahme, um sich vor Mißbrauch zu schützen.

Dennoch scheinen die Nutzer nicht immer sicher zu sein, wie sie sich und ihre Netzwerke schützen können. So geht ein Teil der Deutschen tatsächlich nur aus diesem Grund nicht ins Netz – weil sie fürchten, dass sie einem Cyber-Angriff ausgeliefert werden können. Dabei sind zumindest grundlegende Sicherheitsmöglichkeiten auch für Laien schnell und einfach anwendbar.

Die Studie „Daten & Schutz 2013“, für die der GfK Verein rund 1.500 Internetnutzer befragte ergab:

Sicherheitsmaßnahme Anwender in Prozent
Virenschutzprogramme / -scanner 72 %
Firewall 59 %
Spam-Filter 49 %
Löschen bzw. Ignorieren von E-Mails unbekannter Absender 59 %
Passwörter, Pins etc. nicht auf der Festplatte speichern 46 %
regelmäßiges Löschen von Cookies 29 %
Nutzung komplizierter Passwörter 25 %
regelmäßiges Ändern der Passwörter 23 %
falsche Angaben / Fake-Daten 12 %
separate E-Mailadressen für Spiele oder Gewinnspiele 10 %
Verschlüsselungsprogramme für E-Mails < 10 %
alternative Suchmaschinen < 10 %
Software zum anonymen Surfen < 10 %

Das Verhalten von Viel- und Wenignutzern weist einige Unterschiede auf. Wer täglich im Internet surft, ist insgesamt vertrauter mit dem Einsatz von Schutzmechanismen: Beispielsweise setzen 77 Prozent der täglichen Nutzer Virenscanner ein, bei den monatlichen Nutzern (Personen, die das Internet ein- oder mehrmals im Monat nutzen) sind es 55 Prozent. Die Vielsurfer verwenden verstärkt auch komplexere Maßnahmen. So ändert gut ein Viertel regelmäßig seine Passwörter, aber nur 15 Prozent der monatlichen Nutzer tun dies. Dafür schränkt sich rund ein Drittel von ihnen bewusst bei der Häufigkeit der Nutzung des Internets ein. Von den täglichen Surfern ziehen diese Lösung nur 5 Prozent in Erwägung.7 Prozent der Deutschen waren schon von Datenmissbrauch betroffen. Diese Personen treffen dementsprechend häufiger Maßnahmen, um sich vor einem erneuten Missbrauch zu schützen. Insbesondere bei E-Mails von unbekannten Absendern sind sie misstrauisch: 75 Prozent geben an, solche Nachrichten nicht zu öffnen oder sofort zu löschen. Auch Anti-Spyware und komplizierte Passwörter setzen diese Surfer deutlich häufiger als der durchschnittliche deutsche Internetnutzer.

Online-Angebote: freiwilliger Verzicht der Internetnutzer

Drei Viertel der deutschen Internetnutzer verzichten aus Datenschutzgründen auf die Nutzung von vielen Netzangeboten, bei denen persönliche Daten abgefragt werden. Knapp die Hälfte aller Surfer sieht in Online-Gewinnspielen eine große Gefahr für Datenmissbrauch und entsprechend viele verzichten deshalb auch auf diese Angebote (55 Prozent). Anders verhält es sich bei den sozialen Netzwerken: Rund 40 Prozent der Befragten sehen in sozialen Netzwerken zwar eine große Gefahr für Datenmissbrauch, auf deren Nutzung verzichten aber dennoch nur 22 Prozent.

Ein ebenfalls beachtlicher Teil der Befragten verzichtet aus Datenschutzgründen auf Online-Banking (37 Prozent) und Online-Bezahlverfahren (29 Prozent). Hier liegt der Anteil der Surfer höher, die das Internet nur ein- oder mehrmals im Monat nutzen. Bei täglichen Internetnutzern hingegen sind die Anteile derer, die auf finanzielle Transaktionen im World Wide Web verzichten, um etwa 10 Prozentpunkte niedriger als beim Durchschnitt.

Mit Material des GfK Verein

Der GfK Verein ist eine 1934 gegründete Non-Profit-Organisation zur Förderung der Marktforschung. Er setzt sich aus rund 600 Unternehmen und Einzelpersonen zusammen. Zweck des Vereins ist es, innovative Forschungsmethoden in enger Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Institutionen zu entwickeln, die Aus- und Weiterbildung von Marktforschern zu fördern und die für den privaten Konsum grundlegenden Strukturen und Entwicklungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu verfolgen sowie deren Auswirkungen auf die Verbraucher zu erforschen. Die Studienergebnisse werden den Mitgliedern des Vereins kostenlos zur Verfügung gestellt. Der GfK Verein ist Gesellschafter der GfK SE. Weitere Informationen unter

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