Aussendarstellung – Ich war’s nicht

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Mai. Ende Mai. Und ich habe einen Auftrag. Oha! Also, frisch ans Werk. Natürlich darf in diesen hochgeistigen Schriften ein Zitat nicht fehlen. Also, eine nette Firma herausgesucht und eine noch nettere Mail mit einem Wust von drei (3!) Fragen an den Chef der Presseabteilung geschickt.
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Das war am 30. Mai. Am Dienstag 14. Juni kratzte ich mich so langsam am Kopf, wo bleibt die Antwort? Tapfer dort angerufen: Standardantwort: „Dafür bin ich nicht zuständig. Ich verbinde Sie mit Frau x, einen Moment bitte“………………………………………
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„Oh, Frau X ist leider nicht da, die ist wohl zu Tisch. Versuchen Sie es doch später noch einmal. Nein, ich weiß nicht wann sie wieder kommt, da ich nicht weiß, wann sie gegangen ist.“
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Immer noch 14. Juni. Klingelingeling, Klingelingeling „Guten Tag, der Eiermann ist da…… Nein! Hat sie nicht gesagt. „Guten Tag, hier ist Frau x. Ja, Ihre Mail ist bei uns angekommen und Ihre Fragen sind jetzt in der Abstimmung, bis wann brauchen Sie die Antworten denn? Donnerstag, ja das geht.“
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Donnerstag, 16. Juni, 18.00 Uhr. Keine nix Antwort. Also abgeschickte Fragenmail per Weiterleitung an den Marketingmanager.
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Donnerstag, 23. Juni, da wieder angerufen: „Guten Tag, etc. etc. ich hätte gern Frau X gesprochen“.
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„Hier Frau X, guten Tag!“
„Wir hatten letzte Woche miteinander gesprochen, Sie wollten mir Donnerstag die Antworten zuschicken“.
„Iiiiiiiich?! Nein das war ich nicht. Das muss meine Kollegin gewesen sein, die hat das wohl verbummelt. Aber das muss sowieso in die Abstimmung. Allerdings Herr ZZZ ist heute da, dem lege ich das vor………“
Open End. Es ist jetzt 16.00 Uhr……
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Dass das nicht geht, ist vermutlich jedem Leser verständlich. Aber wie funktioniert es nun richtig? Antworten dauern in guten Firmen, die großen Wert auf ihre Außendarstellung legen, kaum 24 Stunden.
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Firmen, die auf ihre Außendarstellung wert legen, briefen ihre Pressemitarbeiter derart, dass diese allein selbstständig agieren können und genau wissen, wie das Unternehmen auf welche Fragen reagiert. Sie sind dazu angestellt worden, die Außendarstellung zu meistern. Müssen Sie Antworten erst mit Cheffe abstimmen, sind sie fehl am Platz.
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Ganz einfach: Stellen Sie sich vor, Sie rutschen mit Ihrem Unternehmen in eine Krise. Krisen-PR ist eine der fragilsten Teilbereiche der Pressearbeit. Wenn Sie da wegen jeder Frage erst zum Cheffe laufen müssen, der hat ja selbst genug zu tun, weil Sie keine Ahnung von den Standpunkten der Firma haben, ist Ihre Anwesenheit so überflüssig, wie nur irgend etwas.
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Wenn Sie dann auch noch den Anrufer vergageiern, indem Sie behaupten, Sie hätten mit ihm ja gar nicht gesprochen, und Ihr Unvermögen auch noch auf Kollegen schieben, dann ist es sehr schnell vorbei, mit einer positiven Außenwahrnehmung.
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