„FAZ“ veröffentlicht „Welt“-Artikel ohne Einwilligung

Ein polemischer Artikel in Briefform von Wolf Biermann, den der Liedermacher für die „Welt“ verfasst hat, ist von der „FAZ“ in seinem Internetangebot veröffentlicht worden, ohne dass Wolf Biermann oder die „Welt“ gefragt wurden.
Die „FAZ“ erkennt allerdings keinen Fehler – mehrere „FAZ“-Redakteure hätten den Biermann-Text per Email zugesandt bekommen: „Daher war nicht davon auszugehen, dass es sich um einen exklusiven Text handelte“, erklärte eine Sprecherin der „FAZ“ auf Anfrage des Mediendienstes Newsroom.de.
Gegenüber Newsroom.de nennt „Welt“-Chefredakteur Jan-Eric Peters das Vorgehen der „FAZ“-Redaktion „dreist“. Der ganze Artikel auf Newsroom.de
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Tatsächlich kann dazu nur gesagt werden, dass das Unsinn ist. Wird einer Redaktion ein Text kommentarlos zugesandt, geht der Redakteur selbstverständlich davon aus, dass dieser Text unentgeltlich veröffentlicht werden kann. Vielmehr dürfte das Problem hier wohl bei einem Versäumnis Herrn Biermanns liegen, der in der Mail nicht angab, ein Honorar dafür erhalten zu wollen. Ansonsten könnten Redaktionen überhaupt keine Artikel mehr veröffentlichen. Sie müßten bei jeder Pressemitteilung um Erlaubnis bitten. Es ist weiterhin anzunehmen, dass Herr Biermann diesen seinen Text an verschiedene Redaktionen schickte – und die Welt eben die erste war, die Interesse bekundete. Diese hat den Text dann bezahlt, weil sie annahm, er sei ihr exklusiv angeboten worden. Sie wußte sicher nichts davon, dass Herr Biermann den Text gestreut hatte und dieser hat es in den Verhandlungen mit der „welt“ weder erwähnt, noch hat er die anderen Adressaten informiert.

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