Newsletter, Agenda, Pressemitteilung

„Vielen Dank für Ihre Mail, Frau Kerz! Aber wir haben Sie aus unserem Verteiler herausgenommen, da Sie sich offenbar nicht für unsere Informationen interessieren und wir Sie nicht mit überflüssigen Mails belasten möchten.“

Solche oder ähnliche Mails kann Journalist schon einmal bekommen, wenn er regelmäßig Informationen von einer Firma oder einer Institution erhalten hat – und der Kontakt plötzlich abreißt. Hmm! Und nun?

Bei telefonischer Nachfrage, stellt sich immer wieder heraus, dass sich der Abenser wundert, dass seine Informationen nicht veröffentlicht werden. Da hat der Journalist wohl kein Interesse?! Naja, bei denen weiß man ja eh nicht, was die wollen. Wieso sollen wir uns mit dem noch abgeben?

Weit gefehlt! Tatsächlich liegt es häufig in dem Umstand, dass Absendern der Unterschied zwischen Pressemitteilung, Agenda und Newsletter nicht bekannt ist. Hier kommt nämlich das Urheberrecht und der Wahrheitsgehalte ins Spiel. Newsletter sind eine Sammlung von behaupteten Tatsachenbeständen über bestimmte Themen, über die der Absender informieren will. Eine Agenda ist eine Zusammenstellung von Weisungen, nach denen sich der Absender zukünftig richten will.

Nur die Pressemitteilung ist eine offizielle Information für Journalisten, die er als offizielle Verlautbarung des Unternehmens oder der Organisation einsetzen kann. Eine Agenda kann er sinngemäß wiedergeben, muss sie jedoch als Absichtsinformation transportieren. Der Newsletter sollte faktengebunden sein, muss aber inhaltlich nicht zwingend richtig sein. Die Pressemitteilung dagegen, ist eine offizielle Verlautbarung, auf die sich der Journalist auch rechtlich stützen kann. Wenn es also zu Unstimmigkeiten bei der Veröffentlichung kommt, kann sich der Journalist auf die Inhalte der Pressemitteilung berufen: „Das ist die offizielle Position des Absenders!“ Aus diesem Grund stützen sich Journalisten in aller Regel nur auf Pressemitteilungen – schließlich versuchen sie, keine Halbwahrheiten oder Vermutungen zu veröffentlichen, bzw. markieren Vermutungen als solche.

Wollen Sie also, dass Ihre Informationen die Öffentlichkeit erreichen, schicken Sie keine Agenden oder Newsletter, sondern Pressemitteilungen (PM). Wenn Ihre Pressemitteilungen nicht eindeutig gestaltet und als PM erkennbar sind, schreiben Sie es noch mal als erstes Wort in die Mail:

Pressemitteilung
Überschrift
Teaser
Text

Das heißtselbstverständlich nicht, dass sich Journalisten nicht auch in Newsletterverteiler einschreiben. Hieraus beziehen sie viele Fakten, die sie in ihrer Arbeit unterstützen und mit denen sie weiterarbeiten um qualitativ hochwertige Artikel zu generieren. Nur müssen diese Informationen noch verifiziert werden und haben für sich gesehen, nicht den selben Stellenwert, wie eine Pressemitteilung. Aufgrund des Urheberrechts, kann er sie auch nicht einfach wiedergeben.

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